Im September 2026 besuchten meine Frau, unser Hund Bronco und ich das Bayerische Localbahnmuseum in Bayerisch Eisenstein. Über dieses wirklich sehr schöne Museum will ich in meinem heutigen Blogbeitrag berichten:
Das Museum befindet sich im ehemaligen Bahnbetriebswerk des Bahnhofs Bayerisch Eisenstein im Bayerischen Wald, direkt an der Grenze zu Tschechien.
Aufgrund seiner besonderen Bedeutung als Grenzbahnhof war das Betriebswerk zu Lokalbahnzeiten vergleichsweise üppig ausgestattet, weil hier viele Lokwechsel und Aufbereitungen anstanden.
Das Betriebswerk diente immer für beide Bahngesellschaften (D und CZ).
Auch die vielen Steigungen im Bayerischen Wald verlangten den damaligen Dampfloks einiges ab, sodaß Kohle und Wasser wieder aufgefüllt werden musste.
Trotzdem ist das Betriebswerk (und damit das heutige Museum) sehr kompakt gestaltet weil nur wenig Platz zur Verfügung stand. Damit könnte es ideal auch als Vorlage für ein Modellbahn-Betriebswerk dienen!
Dazu aber später mehr im Aussenbereich.
Das komplette Museum ist sehr liebevoll gestaltet, sehr gut gefallen haben mir z.B. auch die Sitzbänke aus Achsen, die im Aussenbereich aufgestellt waren.
Wir haben je Erwachsener 8 Euro Eintritt bezahlt, unser Hund Bronco kostete nichts und durfte in seinem Hundewagen überall mit hin. Er ist allerdings auch ein sehr kleiner Hund.
Direkt im Eingangsbereich gab es auch Toiletten und einen kleinen Verkauf für Getränke und Andenken.
Kleine Lokhalle
Nach dem Eingangsbereich besuchten wir zuerst die kleine Lokhalle auf der Westseite.
Hier waren diverse Dienst- und Betriebsfahrzeuge ausgestellt, unter anderem diese betriebsfähige Kleindiesellok, die vom Museumsverein für Rangierarbeiten auf dem Gelände eingesetzt wird.
Daneben war auch diese sehr interessante kleine Elektrolok ausgestellt, die von 1907 bis 1969 den Kohletransport zwischen dem Bahnhof Haar und der Heil- und Pflegeanstalt Eglfing erledigte.
Strecke und Lok waren immer in Staatsbesitz und gehörten schlussendlich zur Deutschen Bundesbahn, es war aber ein reiner Inselbetrieb mit 320V Gleichspannung.
Stellwerk
Zwischen der kleinen Fahrzeughalle und dem Ringlokschuppen befindet sich ein Stellwerksraum mit einem kompletten mechanischen Hebelstellwerk.
Dieses stammt aus dem Bahnhof Schaftlach und war von 1904 bis 1977 in Betrieb.
Es mutet schon sehr altertümlich an die massiven Stellhebel zu sehen. Kaum zu glauben, dass es auch heute noch über 500 solcher Stellwerke im Netz der DB gibt!
Ringlokschuppen
Das Highlight des Museums ist aber ganz klar der Ringlokschuppen, in dem eine erstaunliche Menge an Fahrzeugen ausgestellt wurde.
Teilweise waren die Führerstände begehbar oder man konnte in die Rauchkammern der Dampflokomotiven schauen.
Bei allen Lokomotiven handelt es sich um Klein- und Nebenbahnloks, klar in einem Lokalbahn-Museum - trotzdem bin ich immer wieder überrascht wie groß auch so kleine Dampfloks sind, wenn man bedenkt, dass sie nur einen Bruchteil der Leistung moderner Fahrzeuge besitzen!
Natürlich darf wenn es um Nebenbahnen geht auch ein echter Uerdinger Schienenbus nicht fehlen!
Die Besonderheit dieses Schienenbusses ist allerdings, dass er aus Österreich stammt und bei der Graz-Köflacher-Bahn in Betrieb war. Er verfügt daher über eine besondere Kupplung und hat keine Puffer.
Leider konnte man diesen nicht von Innen besichtigen.
Auch einige Personenwagen waren ausgestellt und teilweise konnte man diese auch von Innen besichtigen.
Besonders gut hat mir das einzeln erhaltene 1. Klasse Abteil eines Personenwagens von 18XX gefallen.
Die Sessel sahen äußerst bequem aus! Allerdings konnten sich damals auch nur sehr reiche Leute eine Fahrt in der ersten Klasse leisten!
Den Abschluss im Ringlokschuppen bildete ein Elektrotriebwagen der zwischen Salzburg und Berchtesgaden verkehrte. Ein dazugehörender Personenwagen befindet sich gerade in der Aufarbeitung.
Außenbereich
Das Highlight des Außenbereiches war eindeutig der große Schneepflug.
Aber bei den Wintern im Bayerischen Wald kann man sich schon vorstellen, dass dieser benötigt wurde!
Ich persönlich fand auch die Anordnung der Betriebsanalgen im ehemaligen Bahnbetriebswerk (BW) von 1877 sehr interessant! Weil wenig Platz zur Verfügung stand (das ganze Gelände musste überhaupt erst eingeebnet werden) entstand hier ein sehr kompaktes, aber mit allen üblichen Funktionen ausgestattetes BW mit gleich zwei Drehscheiben!
So wurden z.B. die beiden Wasserkräne direkt an die Hauswand montiert, der Wasserbehälter befand sich oberhalb der Diensträume. Die Schlackengrube befand sich ebenfalls an dieser Stelle noch vor der Drehscheibe.
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| Wasserbehälter im Obergeschoss des Betriebswerkes |
Direkt dahinter in den Mittelteil des Gebäudes ist der 7 ständige Ringlokschuppen integriert, die 20m-Drehscheibe reichte für die kurzen Lokalbahnfahrzeuge völlig aus.
Auf der Modellbahn könnte man sich eine solche Anordnung aber auch für größere Dampfloks vorstellen!
Sehr schön sehen konnte man auch das Kurbelrad zum bewegen der Drehscheibe - natürlich von Hand!
Eine Reihe von Güterwagen in sehr desolatem Zustand rundete den Außenbereich des Bayerischen Localbahn-Museums ab. Hier wartet noch viel Arbeit auf die Mitglieder des Vereins!
Uns hat der Besuch im Bayerischen Localbahnmuseum sehr gefallen!
Es gibt so viele Fahrzeuge und Exponate, dass man wahrscheinlich sogar mehrmals das Museum besuchen kann und immer noch was Neues entdeckt!

































